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Aus der Berufsorientierung

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Christian verbindet Hobby und Beruf

Als Christian (24) ins Projekt kam hatte er keine Pläne für eine berufliche Zukunft. „Ich hatte die Schule mit einem Hauptschulabschluss beendet. Damals hatte mir das Lernen keinen Spaß gemacht“, sagt er. Im August 2012 wies ihn das Jobcenter zur Berufsorientierung in die Metallwerkstatt von KIDS & CO zu. „Das war Neuland für mich. Ich hatte noch nie mit Metall gearbeitet und ich hätte nie gedacht, wie viel Spaß das macht. Ich hab von meinem Ausbilder viel gelernt und durfte eigene Ideen ausprobieren.“ Seine Konstruktionen reichen von der Figur eines Speerwerfers über eine Grabdekoration, einen Schmetterling bis zu Modellen von Flugzeugen und Lokomotiven. Sie zeugen von Kreativität, Geduld, Durchhaltevermögen, aber auch Geschick und fachlichem Können – wichtigen Voraussetzungen für einen Handwerksberuf in der Metallbranche. Doch auf diesen Leistungen ruhte Christian sich nicht aus. Er nutzte die Angebote des Projektes, gestaltete zusätzlich zur Bewerbungsmappe eine Fotodokumentation mit seinen Arbeiten, recherchierte im Internet nach Ausbildungsplätzen, erhielt ein gutes Zwischenzeugnis des Projektleiters, übte für die Einstellungstests, bewarb sich aktiv und erfolgreich. Im September 2013 beginnt er die Ausbildung zum Industriemechaniker an der Humboldt-Universität. Die Eintrittskarte in diese Ausbildung - die eigentlich einen mittleren Schulabschluss verlangt – war für Christian ganz klar das berufsorientierende Jahr bei KIDS & CO.

Gabriel nutzt die zweite Chance

Gabriel (22) hat in seinem jungen Leben schon viel Mut bewiesen und erfolgreich Schwierigkeiten gemeistert. Als ihn das Jobcenter im Oktober 2012 in die Metallwerkstatt von KIDS & CO schickte, sollte er beweisen, dass er durchhält - nach einer abgebrochenen Lehre und 4jähriger Obdachlosigkeit. Gabriel nutzt diese Chance, arbeitet zielstrebig und erfolgreich daran, Probleme zu lösen und wieder neu durch zu starten. „Die Lebenserfahrung, die ich als Obdachloser gewonnen habe, möchte ich nicht missen“, sagt er heute. „Ich habe viel Selbstvertrauen aufgebaut, gelernt, mit wenig auszukommen und angefangen, Musik zu machen“.

Die Musik ist Daniels große Leidenschaft. Bei Konzerten und auf Youtube ist er als Liedermacher und Gitarrist Gabriel Burnout live zu erleben. „Am liebsten würde ich Gitarrenbauer werden“, sagt er. Doch davon zu leben ist nicht leicht. Deshalb macht Gabriel sein zweites Hobby zum Beruf – den Metallbau.

„Ich habe mich in vielen Firmen und Berlin und Umland beworben“, sagt er. „Jetzt laufen die ersten Einstellungstests und Gespräche“. Im Herbst, da ist sich Gabriel sicher, beginnt er eine Ausbildung als Zerspanungsmechaniker. Bis dahin nutzt der die Möglichkeit, in der Metallwerkstatt von KIDS & CO kreativ zu sein und gemeinsam mit der Sozialarbeiterin im Projekt offene Behördenprobleme zu regeln um sein weiteres Leben selbstständig und unabhängig führen zu können.

John lernte durchzuhalten

John (17) kam schon als Kind in die SENFTE 10 um Inliner zu fahren und besuchte als Jugendlicher eine Zeit lang die soziale Gruppenarbeit im SONNENECK. So hatte er schon früh eine Verbindung zu KIDS & CO, die bis heute besteht.

Noch immer besucht er fast täglich die SENFTE 10 um sich mit Freunden zu treffen und natürlich um Inliner zu fahren.

Seit dem Projektstart von JUWEL ergaben sich für ihn viele neue Möglichkeiten, „Ich konnte das Sprühen ausprobieren und mich sogar an der Nähmaschine erproben“ sagt er. Gemeinsam mit anderen Besuchern der SENFTE 10 half er einen Förderantrag-Antrag zu stellen, um die bestehenden Rampen zu reparieren und half aktiv bei der Umsetzung der Reparatur.

Aber als leidenschaftlicher Inlineskater brannte er natürlich für den Bau einer neuen Rampe.

„Eigentlich will ich eine Ausbildung im Garten- und Landschaftsbereich machen, aber der Umgang mit Holz hat mir auch sehr viel Spaß gemacht“ berichtet er. Vor allem habe er gelernt, genau und gründlich zu arbeiten, sowie mit Werkzeugen wie der Kappsäge umzugehen. „Auch habe ich gelernt durchzuhalten“ sagt er, „denn ich wollte ja schließlich auf der neuen Rampe fahren“. Und natürlich ist er sehr stolz auf das Ergebnis.

Die Kombination aus Beteiligungsprojekt und individueller Unterstützung durch Sozialarbeiter halfen John sich beruflich zu orientieren. Im Juli beginnt er ein Praktikum bei der Deutschen Bahn mit der Möglichkeit einer anschließenden Ausbildung.

Jule (20) fand ihren Traumjob

Schon das Tattoo am Bein weist mit Zwirnrolle, Nadel und Stoffpuppe auf Jules Traumjob hin. Auch den Ausbildungsvertrag zur Änderungsschneiderin hat sie in der Tasche – mit der in Berlin seltenen Chance einer betrieblichen Ausbildung. „Ich hatte die Schule mit erweitertem Hauptschulabschluss beendet und mich seit der zehnten Klasse unzählige Male beworben“, sagt Jule, die zunächst Verkäuferin oder Kinderpflegerin werden wollte. „Dann kam ich über das Jobcenter zu KIDS & CO in das JUWEL-Projekt und entschied mich für eine Berufsorientierung bei Mode & Design.“ Jule entwarf T-Shirts, lernte verschiedene Stoffe und deren Eigenschaften kennen, schneiderte Kostüme für sich und andere. „Hier kann man kreativ und handwerklich zugleich sein“, fand sie heraus. Damit stand Jules Berufswunsch fest.

Auch in der Film AG von JUWEL war Jule aktiv. „Ich habe zwei kleine Filme gemacht. Das heißt ich habe mir die Geschichten überlegt, Musik dazu gefunden, geschauspielert, gefilmt, geschnitten...den ganzen Prozess rund ums Filmemachen kennen gelernt. Mein Kurzporträt ist übrigens auch auf Youtube zu sehen. Jules Fazit: Die Zeit bei KIDS & CO war für mich ein echtes JUWEL.

Julia (23), Fachkraft im Gastgewerbe

Endlich hat es geklappt mit einem richtigen Job! Ab sofort arbeitet die junge Mutter als Servicekraft in einem italienischen Restaurant im Zentrum Berlins. Nach ihrem Ausbildungsabschluss bei einem Bildungsträger war sie zunächst arbeitslos. Finanzielle und familiäre Probleme erschwerten ihr zusätzlich den Weg in Arbeit. Das Jobcenter schickte sie schließlich in eine Beschäftigungsmaßnahme zu KIDS & CO. Der 1 €-Job wurde Julias Eintrittskarte in Arbeit. Bei KIDS & CO traf sie auf Unterstützung und lernte auch fachlich beim Ausbilderteam in Küche und Service Vieles dazu. „Bei KIDS & CO habe ich zum ersten Mal eine Torte gebacken, gelernt zu flambieren, zu karamellisieren oder alkoholfreie Cocktails zu mixen. Das brauche ich im neuen Job. Und bei der Bewerbung hat mich mein Ausbilder auch stark unterstützt“. Viel Glück Julia und weiter so!

Justin verwirklicht seinen Traum

Justin ist fast 18. Seine Freizeit verbringt er gern in der Jugendeinrichtung Eastend. So kam er im Juni 2012 auch zu der öffentlichen Planungswerkstatt und erfuhr von der Chance, die riesige Brachfläche neben dem Club nach eigenen Ideen zu gestalten. Eine Idee gefiel ihm besonders – die Hängemattenlounge.

Der Bauzeichner-Azubi im zweiten Lehrjahr machte gerade ein Praktikum in einem Architekturbüro. „Ich bin an der Idee dran geblieben, habe mögliche Maße für das Projekt erfragt und angefangen zu überlegen, wie das Gerüst aufgebaut und die Statik gesichert werden könnte.“ Das Ergebnis war eine professionelle Bauzeichnung mit Statikberechnung – geprüft auch von den Architekten in Justins Praktikumsbetrieb.

Optisch erinnert sein Vorschlag ein wenig an Containerboxen. Doch dahinter steckt eine Idee. „Ich wollte möglichst viele Jugendliche in die Bauausführung einbeziehen, auch wenn sie keine Fachkenntnisse haben. Sie können bei der Holzverkleidung helfen und bei der Bemalung. Wer bei der Entstehung des Projektes mitgemacht hat wird dann aufpassen, dass kein Vandalismus entsteht“, so der 18jährige.

Im Planungsteam der Hellen Oase wurden seine Entwürfe begeistert aufgenommen.

„Es wird übrigens die zweitgrößte Riesenhängematte von Berlin“, ergänzt Justin, der im Internet und bei Fachfirmen recherchierte.

Klaus Köster, Leiter der berufsorientierenden Werkstätten im Haus SONNENECK zeigte sich beeindruckt. „Justin begleitet inzwischen auch praktisch die Umsetzung seiner Idee. Jeden Tag kommt er in die Holzwerkstatt, eignet sich Fachkenntnisse der Holzbearbeitung an, hat am Modell seines Projektes mitgewirkt und wird es ab Juni auch in der Praxis mit aufbauen.“

„Ein Tischler wird aus mir nicht“, sagt Justin, der seine Ausbildung zum Bauzeichner nicht beendet hat. „Aber ich habe viel gelernt, konnte mich ausprobieren und eigene Dinge bauen, habe erstmals mit Maschinen gearbeitet. Das wird mir im Alltag nützlich sein.“ Justins Begabung liegt in seiner Kreativität. Auch das stellt er bei der Dokumentation des Projektes Hängemattenlounge unter Beweis. Und einen Ausbildungsvertrag in seinem Traumberuf Medienassistent hat er bereits in der Tasche!

Maria (25) stand eigentlich schon mit beiden Beinen fest im Leben als sie zu KIDS & CO kam. Sie war ausgebildete Gebäudereinigerin und berufstätig. „In meiner täglichen Arbeit habe ich wenig Akzeptanz erfahren“, sagt sie und beschließt, sich zu verändern. Da ihr erweiterter Hauptschulabschluss keine für Maria interessanten Perspektiven eröffnete, führte sie ihr Weg zurück auf die Schulbank.

Daneben galt es individuelle Probleme zu meistern, einen passenden neuen Beruf zu finden und mit guten Bewerbungsunterlagen überzeugen zu können. Sie brauchte Hilfe und kam zu KIDS & CO. Zielstrebig nutzte sie den Förderunterricht um ihre schulischen Leistungen zu verbessern und die Unterstützung im Bewerbungsprozess.

„Im Physikunterricht – als wir Optik behandelt haben - ist mir dann ein Licht aufgegangen“, sagt sie, bewirbt sich bei verschiedenen Optikern und hat Erfolg.

Am 1. September 2013 beginnt ihre neue Ausbildung als Augenoptikerin. „Ihr seid ein tolles Team“, meint sie. „Ich bin froh, dass ich hierher gekommen bin.“ Danke, Maria – aber der Schlüssel des Erfolgs liegt in Deiner Motivation und Leistungsbereitschaft!

Niclas hat die Ausbildungsreife

Als das Jobcenter Niclas (24) zu KIDS & CO schickte, hatte er schon eine Maßnahmekarriere hinter sich. „Ich hatte nur ein Abgangszeugnis der 9. Klasse. Das reichte nicht für die Ausbildung“, sagt er. Bei KIDS & CO fand Niclas Unterstützung.

„Ich konnte in der Fahrradwerkstatt viel ausprobieren. Handwerk ist nicht so mein Ding, aber der Meister hat mir immer wieder gesagt, ich soll offen sein“. Das tat Niclas auch, besuchte Berufe-Messen, informierte sich über Wege in Ausbildung und entschied sich zum Förderunterricht zu gehen. Ganz individuell übte er Deutsch, Mathe und Englisch. Schließlich meldete er sich für das Nachholen des Schulabschlusses an, besuchte ein Jahr lang die Volkshochschule, nutzte zusätzlich den Förderunterricht und schaffte den Hauptschulabschluss mit guten Noten.

„Jetzt kann ich mich für eine Ausbildung als Verkäufer bewerben“, freut sich Niclas und weiß, dass er im Prozess der Zukunftsplanung weiter auf KIDS & CO bauen kann.

Robert (24), Auszubildender

Als integrationsferner Jugendlicher wurde Robert vom JobCenter in unsere berufsorientierende Maßnahme „Fit im Handwerk“ zugewiesen. Er hatte seine Ausbildung abgebrochen. Akute Probleme, wie eine hohe Verschuldung und drohende Wohnungslosigkeit lähmten ihn, so dass er keine Motivation für eine berufliche Entwicklung zeigte. Was kann man tun in einer scheinbar ausweglosen Situation? Robert sprach mit unseren Sozialarbeitern und gemeinsam erarbeiteten sie Wege aus der Krise. Robert erfüllte seinen Teil der getroffenen Abmachungen: er war zuverlässig, arbeitete aktiv im Projekt mit, stellte sich dem ganzen Ausmaß seiner Probleme und erarbeitete mit der Sozialpädagogin Schritte zu deren Lösung. Schnell erlebte er nun erste Erfolge. Er konnte seine Wohnung behalten. Gläubiger wurden angeschrieben und zusammen mit der Schuldnerberatung die Privatinsolvenz vorbereitet. Zugleich erlebte Robert Anerkennung im Team. Er zeigte Freude bei der Arbeit und brachte sich in zusätzliche Aktivitäten vom Fußballtraining bis zum binationalen Projekt mit englischen Jugendlichen ein. Seine Zuverlässigkeit, sein Fleiß und seine Einsatzbereitschaft führten dazu, dass wir für Robert ein Praktikum in einer Mahlsdorfer Firma für Gebäudeservice organisierten. Robert überzeugte auch hier, so dass er sogar eine Ausbildungsstelle als Gebäudereiniger angeboten bekam. Sein erstes Lehrjahr ist inzwischen fast beendet. Robert hat – ebenso wie der Betrieb – diese Entscheidung nicht bereut. Der Prozess, Schulden abzuarbeiten und individuelle Probleme zu lösen, dauert an. Doch Robert stellt sich dieser Herausforderung – mit Selbstbewusstsein und neuem Lebensmut. Dabei kann er weiter auf unsere Unterstützung zählen.

Roy will Tischler werden

„Schon seit der 6. Klasse weiß ich, dass ich Tischler werden will“, sagt der 17jährige. Doch dann geriet er in Schwierigkeiten und schmiss die Schule. Der Traum geriet ins Stocken. Seine Freizeit verbringt Roy schon seit er denken kann in der SENFTE 10. Der Schritt in die Werkstätten des benachbarten SONNENECKS war deshalb für ihn nicht schwierig – erst recht, weil es da eine Tischlerwerkstatt gab. Hier arbeitet Roy mit, lernt immer besser mit Werkzeugen umzugehen und packt auch praktisch zu.

„Ich habe die neue Halfpipe in der SENFTE von Anfang an mit gebaut“, sagt er. „Für den Spielplatz auf der Hellen Oase habe ich am Spielhaus mit gebaut und am Zaun. Jetzt will ich beim Bau der Hängemattenlounge dabei sein“.

Was Roy durch das Projekt gelernt hat, liegt für ihn klar auf der Hand: „Ausdauer vor allem. Ich hatte vorher überhaupt kein Durchhaltevermögen, habe keine Arbeit zu Ende gebracht.“ Auch erwachsener sei er geworden, meint Roy, der nun wieder ein Ziel vor Augen hat.

Waldemar verfolgt ein Ziel

Mit 21 Jahren ist Waldemar bereits Vater eines kleinen Sohnes. Dem Kind eine gute Zukunft zu ermöglichen ist für ihn täglicher Ansporn. „Ich bin seit der achten Klasse nicht mehr zur Schule gegangen, habe nur rumgehangen. Kurz vor meinem 18. Geburtstag bin ich nach Russland gefahren und habe meinen Grundwehrdienst gemacht. In der Zeit habe ich eine Familie gegründet und auch eine Schweißerausbildung absolviert.“

Zurück in Deutschland kam die Zuweisung des Jobcenters in die berufsorientierenden Werkstätten von KIDS & CO. „Metall war besetzt, also ging ich zu Holz“, sagt Waldemar. „Ich bin erst drei Monate hier und habe von meinem Meister schon viel gelernt. Was mir Spaß macht ist, dass wir lauter nützliche Dinge bauen. Ich habe den Zaun für den Spielplatz der Hellen Oase mit gebaut und beginne nun mit dem Vordach für den Container auf der Fläche.“

Ob Waldemar seine berufliche Zukunft im Tischler- oder Metallhandwerk sieht weiß er noch nicht. Um das heraus zu finden, wird er die nächsten Monate bei KIDS & CO nutzen. Klar ist für ihn, dass er die weitere Gestaltung der Hellen Oase aktiv unterstützt. „Das ist ein tolles Projekt. Den Spielplatz kann ich auch mit meinem kleinen Sohn besuchen. Hier hat er Spaß und sieht, was sein Vater gemacht hat!“